Ich lebe noch

Hallo zusammen,

nun…
Meinerseits bin ich wie immer seeeehr ausgelastet. Es gäbe noch so viele interessante Projekte, die ich gerne realisieren würde.

Vor einigen Wochen fragte ich mich, weshalb dieser CNI-Treiber eigentlich so gross sein muss (derjenige im schwarzen Gehäuse). Also Siegel entfernt, Deckel geöffnet und eine kurze Schaltungsanalyse gemacht. Dass eine Endstufenspeisung von 12V bei einer Linearregelung einer Last von einigen Ampere bei nur ca. 2.3V keinen Sinn macht war sofort klar: enorme Verlustleistungen sind zu erwarten!! Kein Wunder verbaut CNI Transistoren im TO3-Package! Auch der Kühlkörper wird merklich warm. Nun war klar: da muss ein neuer Treiber her! Auch die Peltierregelung hätte viel besser dimensioniert werden dürfen.

Fertig ist das Ding noch nicht, ich kämpfe mit den letzten Quadratmillimetern Platz! Ob das alles funktioniert steht noch aus. Nach meinem Geschmack hätte es ein 4-Layer PCB werden sollen. Nach und nach bestätigt dies meine Befürchtungen. Die Unterbrüche im GND vom Bottom Layer sind mir einfach zu extrem. Ich bevorzuge saubere Layouts ;-)
Als Peltierregelung kommen zwei MAX1978 zum Einsatz. Die Endstufe der Laserdiode wurde so konzipiert, dass sich die Kathode auf GND-Potential befindet. Da in den meisten Fällen die Laserdiode vom Gehäuse jedoch isoliert ist, spielt das jedoch keine Rolle. Ich richte mich vorerst einfach mal an die Köpfe von CNI, weitere Modelle müsste man evtl. noch anpassen. Ebenfalls ein kleines Prob: Man müsste den Stecker des Laserkopfes umbauen auf DSub15, da ich keine solchen runden 12-poligen Stecker gefunden habe :-(
Bei Ideen, wo man sowas beziehen könnte: immer nur her damit! ;-)

Der Einstellvorgang vom Strom habe ich ebenfalls neu entworfen. Nun stellt man ZUERST den Maximalstrom per Poti (MAX) ein. Danach den Standbystrom (STB), wobei jedoch das zuvor eingestellte Maximum eingehalten und nicht überschritten wird. So kann die Laserschwelle sehr genau z.B. ab 0.1V Modulationsspannung eingestellt werden! Die Potis “TLD” und “TCR” dienen zur Temperatureinstellung der Laserdiode, bzw. der Kristalle. Poti “CAL” wird besonders bei hohen Strömen interessant, da die Spannungsversorgung der Endstufe je nach LD angepasst werden kann. Somit erreicht man eine minimale Verlustleistung am Kühlkörper und es kann auf eine passive Kühlung ohne Ventilator zurückgegriffen werden.

Aber hier einfach Mal ein kleiner Zwischenstand:

PicoDrive - DPSS Treiber mit 2-fach Peltierregelung MAX1978

PicoDrive - DPSS Treiber mit 2-fach Peltierregelung MAX1978

Auch noch ausstehend: 4-fach Diodentreiber für rote und blaue Dioden, ebenfalls massebezogen, um einen einfacheren, mechanischen Aufbau zu ermöglichen. Peltier-Regelung ist ebenfalls vorhanden (auch H-Brücke), jedoch nur ON/OFF. Das reicht in meinen Augen allemal, um Aluminiumhalter ungefähr auf einer Temperatur konstant zu halten.

PicoDrive - 4 Kanal rot/blau LD mit 1-fach Peltierregelung normal

PicoDrive - 4 Kanal rot/blau LD mit 1-fach Peltierregelung normal

Nun denn, wie oben schon beschrieben werde ich noch einige Tests machen müssen. Auch ob Dual-Layer genügt, oder ob 4 Layer nötig sind. Je nachdem kann es noch etwas dauern, bis das Ding fertig ist und ich euch einige Messergebnisse zeigen kann ;-)

Grüsse, Leander

ÖdeSchon okayLesenswertEcht geilGenial! (5 Stimmen)
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Kommentare

Wirklich sehr beeindruckend was du da immer auf die Mattscheibe zauberst. Deine Mini-Layouts sind immer ein Hingucker!

Viel Erflog noch dabei!

LG
Karl

Najaaa, erstmal muss es fertig werden, im Moment hab ich gerade wieder etwas Luft ;)

Gestern fiel der endgültige Entschluss, dass ich auf 4 Layer wechseln muss. Der Treiber soll etwa 5-8A Diodenstrom abkönnen.

Gruss, Leander

PS: Danke an diejenigen, die sich inzwischen auch auf die Suche nach den runden, 12-poligen Steckern gemacht haben :)

Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie teuer Deine Änderungen gekommen sind. Natürlich hat Dir die Aktion Spaß gemacht. Doch billige Bauteile und unvorteilhafter Aufbau kommen auch häufig deshalb zu Stande, weil es nicht viel kosten darf. Deshalb würde mich schon interessieren, was das, was Du an Bauteilen verbaut hast kostet.

Ehrlich gesagt habe ich es bereits erwartet, bis jemand das Thema Kosten anspricht.

Logisch hätte man den Treiber auch eher mit Standardkomponenten realisieren können, aber es geht doch gerade darum, ein Treiber im Miniformat zu konstruieren, welcher darüber hinaus sogar noch erweitert wurde. Ansonsten hätte ich mir die Mühe eines Redesigns wohl ersparen können, gäbe ja keinen Sinn ;)

Bei der Planung habe ich mich fast nur auf meine Wunschvorstellungen gestützt, Preisgestaltung war sekundär. Auch das behält man sich natürlich immer im Hinterkopf, im Endeffekt ist es aber unmöglich, einen so kompakten Treiber (84x72mm !!) mit deinen Preisvorstellungen zu bauen, glaub mir ;)
Günstiger als der BigBlock von Medialas (ca. 350 Euro) wird er aber auf alle Fälle (sicher unter 200 Euro).

Im Übrigen bin ich gar nicht an grossen Verkaufszahlen interessiert. Für viele Freaks wäre ein solches Upgrade wohl schon ab 50-100 Euro zu teuer. Freakvorstellung: Der Treiber soll alles können, hochkompakt sein, aber nix kosten. Das passt leider nicht zusammen.
Der Bauteilwert ist relativ hoch, da gebe ich dir Recht.

Ich halte mich vollends an das Motto: You get what you pay for.

Danke. Für mich war es jetzt schon interessant, was Qualität und Mehrleistung “mehr” kostet.

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