Reaktivierung eines “LaserPhysics Reliant”-Weißlichtlasers
Liebe Leser,
vor kurzem habe ich mit ganz viel Glück in den USA einen neuen Laser gekauft. Es handelt sich um einen Gaslaser, Typ LaserPhysics Reliant. Jetzt werden sich wahrscheinlich viele wundern, warum man denn heute noch freiwillig Gaslaser kauft. Nun ja, es gibt eben doch noch gewisse Vorteile von Gaslasern, und im Winter macht er schön warm…
Zum Beispiel:
- 15 Farblinien in einem Strahl (bei Verwendung von optischen Gittern gibt das unschlagbare Effekte!)
- Perfekt lineare Modulation per PCAOM
- Sealed Mirror (beim Reliant zumindest) sorgt für Justagefreiheit
- Geniale Strahldaten
- … und noch einige mehr
Als der Laser hier ankam entstand die Überlegung, ob ich auf Hinweis von LaserFreak Jedi nicht einen 16 A CEE blau-Steckverbindung anbringen sollte. Bei dieser Steckverbindung ist der Übergangswiderstand am Pin wesentlich geringer als bei einem Schukostecker. Ein praktischer Versuch mit einem hochwertigen Schukostecker hat allerdings ergeben, dass zu keinem Zeitpunkt eine Erwärmung des Steckers stattfandt.
Bei der ersten Inbetriebnahme auf “deutschem Boden” stellten wir schockiert fest, dass der Laser nur zwei rote Krypton-Linien ausgibt. Die Vermutung lag nahe, dass es sich um einen reinen Kryptonlaser handeln könnte, da der digitale Betriebsstundenzähler nur 91,7 Stunden anzeigte. Laut Typenschild sollte es jedoch ein Mischgaslaser sein. Da der Hersteller des Lasers, LaserPhysics, aufgrund von Insolvenz nicht mehr existiert, war es schwierig die Wahrheit über den Laser herauszufinden. Diverse Telefonate erbrachten viele verschiedene Hinweise, bis ich eine sehr hilfreiche und freudige Antwort von der US-amerikanischen Firma DZ Laser Service erhielt. Diese Firma ist der einzige noch aktive Servicepoint von LaserPhysics (allerdings auch für weitere Laser-Modelle, zum Beispiel Ion Laser Technology (ILT), American Laser Corporation (ALC) sowie Melles Griot). Laut deren Antwort besitzt der Reliant 300WL definitiv eine Mischgasfüllung und ein Whitelight-Optikset. Sie gehen von einem massiven Überdruckproblem aus, welches die anderen Wellenlängen alle unterdrückt. Der sehr (Gaslaser-)erfahrene LaserFreak Lynnch gab mir den Ratschlag, den Laser über eine längere Zeit auf vollem Röhrenstrom laufen zu lassen, um den Überdruck gezielt “abbrennen” zu lassen.
Am 11.10.2008 um 14:37 Uhr machte es dann “klick”, und der Laser begann seine hoffentliche Reaktivierung zum Weißlichtlaser. Seitdem läuft der Stromzähler auf Hochtouren und das EVU macht Freudensprünge…
Ich werde Euch über Veränderungen informieren…
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Kommentare
Hallo Karl!
Nachdem der Versuch auch nach knapp zwei Tagen Dauerlauf erfolglos blieb, habe ich abgebrochen. Ich habe erfahren, dass in “richtigem” Überdruck weitaus länger geburnouted werden muss als nur zwei Tage. Von anfänglichen 95.500,3 kW/h ist der Stromzähler aber immerhin auf stolze 95.598,4 kW/h geklettert…
Ein Besuch bei HB-Laser am Freitag ergab, dass es sich definitiv um Weißlicht-Optiken handelt, auch HR und OC sind optimal eingestellt. Ein Refill ist derzeit allerdings zu riskant, weil bei zu niedrigem Fülldruck die Passbank das Oszillieren beginnen würde -> peng!
Ich hoffe nun, dass wir die Regelung irgendwie “heilen” können.
Technische Daten: Strahldurchmesser 0,8 mm, Divergenz 1,15 mrad, 450 mW WL-Output wenn neu gefüllt, Sealed-Mirror, integriertes Schaltnetzteil.
Viele Grüße,
David




(7 Stimmen) 

Als ehemaliger “Gaslaser”-Fan hat man mir auch öfters zu dieser Methode geraten, was auch immer zu Erfolg geführt hat. Also viel Glück!
Welche Eckdaten hat der Laser eigentlich? (Leistung, Divergenz etc.)
Beste Grüße
Karl Weber